Fremde und Brüder/Licht und Finsternis - Cover
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ISBN/EAN: 978-3-96160-103-5
Einband: gebundenes Buch
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Originaltitel:
The Light and the Dark
Übersetzer:
Walter Puchwein
Sprache:
Deutsch
Umfang:
400 S.

Hersteller:
Elfenbein Verlag
kontakt@elfenbein-verlag.de
Benediktinerstraße 57
DE 13465 Berlin


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Fremde und Brüder/Licht und Finsternis

Roman, Fremde und Brüder 4

29,00 €
inkl. MwSt.

Noch nicht lieferbar

Artikel erscheint am 25.10.2026

Beschreibung

Snows Romanwerk, dessen Handlung sich vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis in die Zeit der Studentenunruhen von 1968 erstreckt, zeichnet - in der Rückschau des pensionierten Hochschullehrers Lewis Eliot und dabei autobiografisch getönt - den Lebensweg eines britischen Akademikers aus der Mittelschicht durch die sogenannten corridors of power nach: von Eliots Jugend in eher bescheidenen Verhältnissen in einer englischen Provinzstadt über seine Karriere als Anwalt in London, als Beamter, als Dozent in Cambridge. Dabei bieten die Romane eine tiefgründige Untersuchung der britischen Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts und deren Institutionen sowie des komplexen Zusammenspiels zwischen dem Privatleben und dem Streben nach Ansehen in Beruf und Öffentlichkeit - entlang all der vielen Fallstricke moralischer Entscheidungen und vor dem Hintergrund sozialer Spannungsgeflechte und weltpolitischer Veränderungen. Dabei erzählt Snow clever und nicht selten amüsant. Seine liebevoll ausgearbeiteten Charaktere binden die einzelnen Romane, die auch separat gut lesbar sind, in geradezu Proustscher Manier aneinander. Im vierten Teil der Reihe Fremde und Brüder porträtiert der junge Anwalt Lewis Eliot seinen Freund Roy Calvert, einen brillanten, aber manisch-depressiven Orientalisten im Cambridge der dreißiger Jahre. Zwischen euphorischen Phasen und abgründiger Melancholie hin und her schwankend, sucht Calvert beruflich wie privat verzweifelt nach Sinn im Leben. Stets fühlt er eine innere Unruhe, eine Gehetztheit und Furcht, die zur Flucht vor sich selbst wird, als spüre er die Schatten des Todes neben sich. Seine kontroverse Persönlichkeit und sein provokantes Verhalten gegenüber dem Establishment bedrohen Calverts akademische Karriere, und seine Sympathie zu Deutschland und dem aufkommenden Nationalsozialismus irritiert seine Freunde. Eine tief- gründige psychologische Studie über die Intellektuel- len der Zwischenkriegszeit.

Über C P Snow

Charles Percy Snow (1905-1980) war ein britischer Physiker und Romanautor. 1957 wurde er zum Ritter geschlagen, 1964 zum Baron ernannt und im Laufe seines Lebens mit mehr als zwanzig Ehrendoktorwürden ausgezeichnet. Für sein literarisches Schaffen erhielt er 1954 den Tait Black Memorial Prize und 1974 eine Nominierung für den Booker Prize. Weltweit bekannt wurde Snow mit der 1959 in Cambridge gehaltenen Rede The Two Cultures, in der er einer pessimistischen Weltsicht der Geisteswissenschaften eine optimistische der Naturwissenschaften gegenüberstellte. Diesen Kulturen - Galaxien, könnte man auch sagen - warf er darin vor, nicht mehr miteinander zu sprechen, worin er die größte Gefahr im Atomzeitalter sah. In seinem Romanzyklus Fremde und Brüder, den die BBC in den achtziger Jahren erfolgreich verfilmte, versucht er, dieses Grundproblem einem breiteren, nichtakademischen Publikum verständlich zu machen.

Leseprobe

Es schneite, als ich an einem Nachmittag im März am Bahnhof Zoo ankam. Auf dem Bahnsteig hielt ich nach Roy Ausschau, sah ihn aber nicht. Mir war kalt, und ich fühlte mich etwas unbehaglich; ich sprach sehr wenig Deutsch und stand ziemlich unentschlossen mit meinen zwei Koffern da. Da redete mich eine junge Frau an: Sind Sie Mr. Eliot, bitte? Sie war auffallend mager. Unter ihrem Pelzmantel ragten ihre Beine wie dünne Stangen hervor. Aber sie hatte strahlende und kluge graue Augen, und als ich ihre Frage bejahte, brach sie unvermittelt und zu meiner Verwir- rung in Gelächter aus. Was gibts denn da zu lachen?, fragte ich. Bitte, ich habe Sie nicht ganz verstanden. Sie sprach langsam englisch, aber ihr Gehör war genau und ihre Betonung gut. Warum lachen Sie denn? Verzeihen Sie. Sie konnte kein ernstes Gesicht machen. Mr. Calvert hat gesagt, dass Sie einem Professor ähnlicher sähen als er. Aber er sagte, in Wirklichkeit seien Sie weniger ein Professor als er. Und sie fügte hinzu: Er hat auch gesagt, dass an Ihren Kleidern etwas nicht in Ordnung sein werde, zum Beispiel ein Schuhband offen, oder so etwas. Sie schüttelte sich vor Lachen, während sie auf meinen Mantelkragen zeigte, den ich zum' Schutz vor der Kälte hochgeschlagen und der sich irgendwie verdreht hatte. Sie hielt das für einen außerordentlich guten Witz.